Goldenes Retabel - Die Herausforderung

Als die katholische Kirche St. Laurentius in Altmühldorf von Grund auf renoviert werden musste, entschied sich die Pfarrgemeinde, den Altarraum durch den Einsatz modernster Konstruktions- und Fertigungstechnologien zu modernisieren und vollständig neu zu gestalten. Das Herzstück des Kirchenraums sollte ein filigran strukturiertes, golden schimmerndes Retabel sein, das hinter dem Altar 8 Meter in die Höhe ragt. Das künstlerische Gesamtkonzept für die Neugestaltung stammt vom Künstlerduo Empfangshalle, die komplexe Struktur des 8 m hohen Kunstobjekts wurde von Studio Tessin durch Computational Design generiert. Das Besondere an dem Entwurf war, dass der Kontrast der gotischen Kirchenarchitektur und des zeitgenössischen Kunstwerks in einen reizvollen, harmonischen Kontext gebracht werden konnte. Sowohl in der Gotik als auch im 3D-Druck setzt man auf die modernsten technischen Möglichkeiten mit den jeweils typischen Geometrien: Symmetrische Spitzbogen aus der Gotik treffen so auf bionisch geformte, topologieoptimierte Rhizomstrukturen im 3D-Druck.
Bei diesem Projekt gab es zwei besondere Herausforderungen: Zum einen die Ausmaße. Das Retabel ist 8 m hoch und 2,5 m breit – noch nie ausprobierte Dimensionen für eine 3D-gedruckte Gitterstruktur. Das Objekt wurde dazu im SLS-Verfahren in über 60 Einzelteilen gefertigt, die über hunderte von Verbindungsstellen zu einem perfekten Ganzen zusammengefügt wurden. Zum anderen sollte das Kunstobjekt einen goldenen, majestätischen Schimmer haben, was die Entwicklung eines eigenen innovativen Prozesses für die gewünschte Oberflächenqualität erforderte. Mit Erfolg: Das Retabel hat eine zugleich kontemplative und majestätische Wirkung auf den Betrachter.

Goldenes Retabel - Die Herausforderung
Goldenes Retabel - FIT Lösung

Goldenes Retabel - FIT Lösung

ADM-Q (Herstellung eines Kunstwerkes)

Machbarkeitsprüfung
Ergebnis: Additive Fertigung des Retabels ist möglich
- Empfohlenes Material: PA 12
- Empfohlene Technologie: Selektives Lasersintern (SLS bzw. PBF-LB/P)

ADM-Q
Additive Fertigung von 60 Einzelteilen mit unserem qualitätsgeprüften AM-Verfahren für selektives Lasersintern (SLS bzw. PBF-LB/P)

Nachbearbeitung
- Beschichtung jedes Einzelteils durch ein selbst entwickeltes Verfahren des thermisches Spritzens mit einer Bronze-Aluminium-Legierung
- Montage aller 60 Einzelteile
- Endmontage in der Pfarrkirche

Qualitätskontrolle
- Visuelle Qualitätskontrolle jedes einzelnen Teils nach der additiven Fertigung
- Messung und Kontrolle der Zugversuche
- Visuelle Qualitätskontrolle des Retabels nach dem Zusammenbau


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